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E-Mails mit I2P schreiben

Nachdem du I2p installiert und einige Webseiten besucht hast, wird es Zeit, E-Mails zu schreiben. Du musst dir hierfür einen Namen aussuchen und kannst dann mit anderen I2Pler kommunizieren. Weiterhin existiert auch ein Gateway, welches deine E-Mail-Adresse umschreibt. Somit kannst du auch mit der Außenwelt E-Mails austauschen.

Deine E-Mail-Adresse hat die Form nutzername@mail.i2p. Um dir den Nutzernamen zu registrieren, besuche die Seite Postman.i2p. Dort gibt es ein Formular, in dem du deinen gewünschten Namen, Passwort sowie eventuell weitere Informationen angeben kannst.

Ausschnitt aus der Webseite

Nachdem die Registrierung abgeschlossen ist, könnt ihr E-Mails senden und empfangen. Ein Weg ist, das mitgelieferte Webmail-Programm susimail zu nutzen. Nachdem ihr euch eingeloggt habt, seht ihr auf der Seite Buttons zum Versenden, Beantworten oder anderer Aufgaben. Du schreibst, wie gewohnt deine Nachrichten und versendest diese. Neue E-Mail wird automatisch angezeigt.

Nachrichten können sowohl an I2P-Adressen wie auch an externe Adressen versandt werden. Im letzteren Fall wird der Hostname von mail.i2p in i2pmail.org geändert. Dies erlaubt es, die E-Mail im Internet weiter zu versenden und der Empfänger kann auch wieder antworten. Im Falle der Antwort ändert das empfangende Gateway den Hostnamen wieder zurück.
Zu beachten ist dabei, dass die Anzahl der Empfänger auf 20 pro Tag beschränkt ist. Dies soll Spamming von I2P aus verhindern.

Natürlich kannst du auch ein richtiges E-Mail-Programm zum Senden und Versenden nutzen. Hierbei musst du aufpassen, dass das Programm nicht versehentlich mehr Informationen preisgibt, als du willst. Die Postman-Seite hat Informationen zu verschiedenen Mailern. I2P macht nach der Installation verschiedene Ports auf. Dazu gehören unter anderem 7659 und 7660. Dort lauscht ein SMTP- bzw. POP3-Prozess. Lege also in deinem E-Mail-Programm ein neues Konto an. Stelle das den POP3-Server auf die IP-Adresse 127.0.0.1 mit dem Port 7660 (überlicherweils als 127.0.0.1:7660 eingegeben) und den SMTP-Server auf 127.0.0.1 mit dem Port 7659 ein. Nun solltest du in der Lage sein, E-Mails mit dem Programm zu senden und zu empfangen.

Einstellungen des POP3-Servers in Evolution Einstellungen des SMTP-Servers in Evolution

Die zwei obigen Dialoge zeigen die Einstellungen von Evolution.

Mit I2P Webseiten besuchen

Nun habt ihr I2P installiert und es ist an der Zeit, die Software zu nutzen. Eine häufige Anwendung ist das Besuchen von Webseiten (Surfen). I2P bietet im eigenen Netz die so genannten eepsites an. Diese haben die Top-Level-Domain .i2p und können nur mit Hilfe der Software aufgesucht werden. Des Weiteren könnt ihr auch “externe” Seiten, wie z.B. kubieziel.de oder andere, besuchen. In beiden Fällen müsst ihr in den Einstellungen eures Browser den HTTP-Proxy ändern. I2P lauscht auf dem lokalen Rechner auf Port 4444. Also tragt ihr diese Werte in den Netzwerkeinstellungen ein.

Ich nutze neben I2P noch Tor und andere Proxys. Da das regelmäßige Ändern des Proxys nervig werden kann, setze ich FoxyProxy ein. Hiermit kann ich festlegen, welche URL-Muster mit welchen Proxy genutzt werden. Beispielsweise habe ich eine Regel, welche alle Adressen der Form http://*.i2p/ an den I2P-Proxy weitergibt. Eine andere übergibt alle Adressen der Form http://*.onion/ (versteckte Services von Tor) an Tor. Gerade wenn ihr aus vielen Proxys wählen müsst/könnt, ist FoxyProxy ein passendes Werkzeug.

Nun da die Einstellungen getroffen sind, könnt ihr I2P zum Surfen nutzen. Besucht beispielsweise die I2P-Webseite anonym. Auf der Startseite eures Routers finden sich einige Adressen mehr, die ihr besuchen könnt.

I2P installieren

Mit den folgenden Beiträgen will ich euch eine kleine Anleitung geben, wie I2P zu installieren und zu benutzen ist. Vielleicht findet ihr Gefallen an der Software und nutzt diese in Ergänzung zu Tor bzw. anderen Anonymisierern.

Auf der Webseite des Projektes prangt ein großer Download-Knopf. Die entsprechende Seite bietet euch eine EXE-Datei sowie zwei tar.bz2-Archive an. Wer es ganz aktuell haben will, kann sich auch die Quellen per CVS herunterladen. Unter Windows ladet ihr die EXE-Datei herunter und führt sie aus. Linux- und Macnutzer können die Datei ebenfalls herunterladen. Hier müsst ihr die Installation dann manuell mit dem Befehl java -jar i2pinstall.exe starten. Voraussetzung ist das Vorhandensein der Java Virtual Machine.
Die beiden tar.bz2-Dateien dienen entweder zur Installation ohne grafische Oberfläche oder sind reiner Quellcode. Der Quellcode muss mittels ant dist übersetzt werden und kann dann wie unten beschrieben installiert werden.

Nachdem ihr den grafischen Installer gestartet habt, begrüßt euch ein Fenster. Dort steht die aktuelle Versionsnummer sowie ein paar andere Hinweise. Der Next-Button bringt euch zu den Lizenzinformationen. Diese sind bei I2P etwas verwirrend. Denn Teile der Software sind Public Domain, andere GPL. Dazu kommt noch die BSD-Lizenz, MIT-Lizenz und andere. Ein Klick auf Next bringt dann den Dialog zur Auswahl des Installationspfades zum Vorschein. Unter Windows ist C:\Programme\i2p voreingestellt und unter Linux $HOME/i2p. Wenn ihr den richtigen Pfad eingestellt habt und auf Next klickt, beginnt sofort die Installation.

Fortschritt der Installation

Unter Windows könnt ihr nun noch bestimmen, in welchen Menüs und Desktops Icons angelegt werden und die Installation ist abgeschlossen.

Bei der “kopflosen” Installationsvariante wird lediglich das Archiv entpackt. Innerhalb des Verzeichnisses i2p befindet sich ein Shellskript, welches mit dem Befehl sh postinstall.sh gestartet wird. Dieses setzt ein paar Dateirechte um und führt am Ende ./i2prouter start aus.

Nun läuft I2P auf eurem Rechner. Prüfen könnt ihr das, indem ihr die Adresse http://localhost:7657/ im Browser aufruft. Ihr solltet dann eine Seite mit Informationen und anderem sehen. In den folgenden Beiträgen werde ich dann weitere Details zur Benutzung beschreiben.

24C3 -- Mein Vortrag zu I2P

Am 2007-12-28 war es endlich soweit: Mein Vortrag beim 24C3 stand an. Das Thema war die Anonymisierungslösung I2P. Die Software habe ich im Rahmen des Buches nur am Rande angesprochen und wollte diese in Berlin einem größeren Publikum präsentieren. Im Vorfeld der Vorbereitung steckte ein wenig der Wurm drin. Meine Familie wurden der Reihe nach krank und ich lag noch einen Tag vor dem Vortrag flach bzw. pendelte zwischen Bett und Toilette. ;-) So überlegte ich den gesamten Tag, ob ich den Vortrag absage oder nicht. Nachmittags ging es mir etwas besser. Also beschloss ich dann endgültig, zu fahren.

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24C3 am Horizont

Der Beitrag von Netzpolitik, 24C3-Preview, erinnert mich daran, dass ich langsam meine Reiseplanungen beenden sollte. Der Fahrplan ist schon eine Weile online und mein Vortrag To be or I2P findet am 2007-12-29 um 17:15 Uhr (nach dem heutigen Stand) statt.

Der Vortrag dreht sich um I2P, eine Anonymisierungslösung. Ich werde darin einige Grundlagen zur Funktionsweise von I2P erzählen und auch einige Programme vorstellen. Das Ziel ist es, die Hacker aufmerksam zu machen und vielleicht neue Nutzer/Entwickler zu gewinnen. Für den Vortrag habe ich auch eine anonyme eepsite eingerichtet. Dort findet ihr momentan den Abtract zu meinem Vortrag. Später kommen dort die Vortragsfolien und vielleicht weitere Informationen hin. Ihr könnt mich auch über I2P-Mail erreichen. Aufgrund der Funktionsweise von I2P werden die obigen Links nicht sofort gehen. Hierfür müsst ihr erst I2P installieren und einrichten. :-)

Tim Pritlove und Constanze Kurz haben einen Ausblick auf den Congress in der Sendung 58 des Chaosradio Express gegeben. Dort stellen die beiden verschiedene Vorträge vor und ihr bekommt einen Überlick, welche Vorträge sich für euch lohnen und welche nicht.

Alles in allem ist der Congress jedes Jahr eine lohnende Angelegenheit. Ich freue mich, nach meiner letztjährigen Pause, dieses Jahr wieder in Berlin zu sein. Vielleicht wird der Besucherrekord ein weiteres Mal geknackt. :-)

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