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Daten treiben Blüten

Update: Das Projekt scheint nicht mehr zu existieren. Github hat noch den Quellcode.

Datenblume von kubieziel.de
Datenblume von kubieziel.de

Ich plane gerade eine Reise nach Spanien. Diese fällt in die Zeit des Fallas-Fests. Neben imposanten Figuren sind in der Stadt auch viele Taschendiebe zu finden. Doch mit welchen Bildern könnte ein Bericht zu den Dieben unterlegt werden? Ich vermute, vielen von euch fällt gleich etwas dazu ein. Ein Hand in der Tasche, eine leere Tasche mit entsprechendem Gesicht des Besitzers und vieles andere sind so Motive. Doch was ist, wenn jemand eure Daten »klaut« bzw. wenn ihr die weitergebt ohne es zu wollen? Dann wird es mit einer ansprechenden Darstellung schon schwieriger.

Bei Wired ist gerade wieder ein Versuch zu bewundern: die Datenblumen. Ihr könnt auf der Webseite eine URL eingeben. Dann wird die Webseite analysiert und eine Grafik ausgegeben. Je kleiner die Blume ist, desto besser ist es. Außerdem sollten alle aufgerufenden Dateien in einem Kreis liegen. Das bedeutet, dass alles vom selben Webserver kommt. Die Datenblume von kubieziel.de ist so ein Beispiel.

 

 

Datenblume von Jenapolis
Datenblume von Jenapolis
Datenblume der OTZ
Datenblume der OTZ

 

Bei den Datenblumen von Jenapolis und der Jena-Ausgabe der OTZ sieht das Bild schon ganz anders aus. Dort eröffnen sich weitere kleine Kreise. Das bedeutet, dass andere Inhalte geladen werden und eure Daten, die der Browser übermittelt, auch an die Drittseiten gehen.

Die Webseite erklärt die Struktur der Blumen. Probiert es einfach selbst aus.

Einen ähnlichen Ansatz gibt es auch als Plugin für den Firefox. Lightbeam zeigt über den Verlauf einer Sitzung an, wo Daten hingeschickt werden. Gerade weil dort auch der Verlauf abgebildet wird, finde ich den Ansatz noch interessanter. Meist ist es recht schockierend zu sehen, wie mit wenigen Seitenaufrufen eine große Menge an unerwünschten Drittseiten aufgerufen wird.

OSINT: SSH und Tor Hidden Services aufdecken

Mit der Anonymität ist das so eine Sache. Passt man nicht richtig auf oder macht etwas falsch, so kann der ganze Aufwand für die Katz sein. Ein solches Beispiel machte auf Twitter die Runde.

Tor Hidden Services sind eine Möglichkeit, um anonym Informationen anzubieten. Das heißt, der Leser soll herausfinden können, wer diese Informationen anbietet. Neben Webseiten lassen sich die Hidden Services für verschiedene Zwecke einsetzen. Ich nutze die beispielsweise sehr gern, um mich über SSH mit Servern zu verbinden. Dies machen offensichtlich auch andere Leute gern.

Auf der Seite von Tor müssen nur zwei Zeilen geändert werden:

HiddenServiceDir /var/lib/tor/ssh
HiddenServicePort 22 127.0.0.1:22

Nach einem Restart von Tor liegt in /var/lib/tor/ssh/hostname der Name des Hidden Service’. Unter dieser Adresse steht der Dienst zur Verfügung, solange Tor auch läuft.

Jetzt könnte eigentlich alles gut sein. Jedoch spätestens seit zmap und ähnliches Werkzeugen ist das Durchprobieren aller IPv4-Adressen sehr einfach geworden. Ein findiger Angreifer verbindet sich einfach zu allen Adressen auf Port 22 und sammelt den Fingerprint ein, falls sich einer findet. So lassen sich beispielsweise bei Shodan Fingerprints finden.

Wenn ihr nun eine Onion-Adresse seht, hinter der ein SSH-Dienst steckt, verbindet ihr euch mit dem und sucht den Fingerprint in eurer Datenbank. Findet ihr eine Übereinstimmung, kennt ihr die reale IP-Adresse des Dienstes.

Doch was lässt sich dagegen tun? Der einfachste Weg ist, den SSH-Dienst gar nicht mehr öffentlich anzubieten. Mit der Zeile ListenAddress 127.0.0.1 ist der Dienst nur noch lokal und eben als Tor Hidden Service erreichbar. Dies hat den Vorteil, dass auch die nervigen Loginversuche durch Scriptkiddies aufhören. Wenn der Dienst vorher schon als Hidden Service lief, solltet ihr darauf achten, dass ihr die beiden Dateien in dem Verzeichnis /var/lib/tor/ssh/ löscht. Tor wird dann einen neuen Hostnamen mit neuem Fingerprint erzeugen. Damit ist der Dienst wieder nicht mit diesen einfachen Mitteln aufzufinden.

Pidgin mit dem Hidden Service von jabber.ccc.de nutzen

Erweiterte Einstellungen bei PidginIch hatte kürzlich eine Diskussion, wie und ob man das Programm Pidgin mit dem Hidden Service des XMPP-Service jabber.ccc.de nutzen kann. Im Web gibt es recht wenige Anleitungen dazu. Daher will ich das hier kurz aufschreiben.

Der Hidden Service hat die Adresse okj7xc6j2szr2y75.onion. Dieser wird in Pidgin als Verbindungsserver benutzt. Um derartige Adressen nutzen zu können, muss auf eurem Rechner Tor installiert und gestartet sein. Das kann in Form des Tor Browser Bundle oder als eigene Software sein.

Zum Einrichten eures Accounts wählt ihr Konten -> Konten verwalten. Das geht auch kurz über Strg+A. Im folgenden Menü könnt ihr einen neuen Account hinzufügen oder einen existierenden Account bearbeiten. Im nun folgenden Fenster gebt ihr in das Feld Benutzer euren Benutzernamen ein. Der hat die Form euername@jabber.ccc.de.

Wechselt nun in den nächsten Reiter »Erweitert«. Das dritte Eingabefenster heißt »Verbindungsserver«. Dort tragt ihr die Onion-Adresse okj7xc6j2szr2y75.onion ein. Speichert die Einstellungen und verbindet euch mit dem Konto.

Im letzten Schritt benötigt Pidgin eine Information über den Tor-Proxy. Denn um euch mit der Onion-Adresse von oben verbinden zu können, muss die Verbindung über Tor gehen. Im Reiter »Proxy« wählt ihr aus der Liste der Proxy-Typen »SOCKS5« aus. Bei »Host« kommt 127.0.0.1 oder localhost rein. Im Feld »Port« hängt es davon ab, ob ihr das Tor Browser Bundle (Port 9150) oder einen systemweiten Tor-Daemon (Port 9050) benutzt. Im Falle des Tor Browser Bundles muss dieses noch laufen. Tragt den richtigen Port ein und speichert die Einstellungen. Nun läuft die Verbindung über den Hidden Service.

Das wars dann schon. Viel Spass beim anonymen Chatten. :-)

Update: Nach einem Hinweis von @publictorsten Tor als Voraussetzung erwähnt.

Geekend zum Echt Dezentralen Netz in Dresden

Überwachung ist überall. Mittlerweile gibt es verschiedene Initiativen, die sowohl politisch wie auch technisch etwas dagegen tun wollen. Eines dieser Projekte startet demnächst in Dresden. Unter dem Projekttitel »Echt Dezentrales Netz (EDN)« findet am 16. und und 17. Januar (folgendes Wochenende) ein Geekend statt. Am Freitag abend werden einige existierende Lösungen, wie Freenet, AN.ON und andere vorgestellt. Samstags geht es mit Vorstellungen weiter. Der Nachmittag ist dann für Workshops reserviert.

Falls ihr teilnehmen wollt, tragt euch im Dudle. Für Leute, die nicht nach Dresden kommen können, gibt es einen Mumble-Raum.

Überwachung als Virus

Beim Deutschlandfunk erschien kürzlich ein Essay von Friedemann Karig mit dem Titel »Befallen vom Überwachungsvirus«. Er stellte sich vor, dass Überwachung ein Virus wäre und malte dann aus, was in Folge passiert.

Die Überwachungen durch staatliche Organe im Internet machen krank, meint Friedemann Karig in Essay und Diskurs. Sie wirken genauso wie ein Virus, gegen den sich die Bürger schützen müssen - und können. Es komme darauf an, die Wunder des Netzes zu nutzen, um seine Rettung voranzutreiben.

In seinem Blog findet sich interessante Leserpost und die Antwort dazu.

The Pirate Bay, Anonymous und Aaron Swartz bei ZDF Info

Diese Woche gibt es bei ZDF Info ein paar interessante Sendungen über verschiedene Personen oder Bewegungen in/aus dem Internet:

Alle drei Filme sind sehr sehenswert. Schaltet euren Fernseher ein oder schaut das im Stream. Wer dazu keine Gelegenheit hat, findet alle Filme auch im Netz.

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